Graham Forbes and the Trio

Der Postmann war da!

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Ich gestehe es ja, ich bin nicht wirklich ein Fan von Jazz-Musik. Aber ich bin bekennender Fan von SUN Records und damit auch von dessen Tochterlabel Phillips International.

Wenn man die Diskografie von Sun Records studiert, stößt man immer auf die zwei Namen Chuck Foster und eben Graham Forbes. Wenn man sich dann fragt, um welche Art von Musik es sich bei diesen Künstlern handelt, bleibt man meist mit sich und seinem fragendem Gesichtsausdruck allein. Na klar, nach ein paar Suchen im Internet wird schnell klar, es geht wahrscheinlich um Jazz und nicht um Rock, Country oder Rhythm & Blues. Wenn man dann aber doch gern einmal hören möchte, wie die Aufnahmen klingen, welche eben jener Sam C. Phillips produziert hat, der auch so bekannte Musiker wie Elvis Presley, Johnny Cash und Jerry Lee Lewis bekannt machte, hat man eigentlich keine Chance die Musik zu hören zu bekommen. Seit den damaligen LP-Veröffentlichungen von 1960 sind diese Aufnahmen nicht mehr erhältlich. Es verwundert schon, dass bisher niemand auf die Idee kam, die zwei LPs erneut zu veröffentlichen. Interessierte Sammler gäbe es doch sicher genug?

»The Martini Set«

Das Album, welches mit der Bestellnummer PLP 1955 im Jahr 1960 erschien, kann man, zumindest nach meinem empfinden und auch dem Titel »The Martini Set« nach als klassischen Piano-Bar-Jazz einordnen. Alle Nummern wurden im Sommer 1960 im damals noch recht neuen Sam Phillips Recording Studio in der 639 Madison Avenue in Memphis von Graham Forbes und seinem Trio eingespielt. Das Trio bestand aus Graham Forbes am Piano, Buddy Jett an den Drums und Bill Halfarce am Bass. Bei den Stücken handelt es sich ausschließlich um Instrumentals, welche auch mal in Richtung Swing, Rumba oder Blues gehen. Die Titel sind eine Mischung aus selbst komponierten Stücken und Nummern von z.B. Cole Porter und Richard Rogers.

Das Cover

Das Cover des Albums zieren ein paar schon damals recht retro anmutende Accessoires der feinen Gesellschaft. Zumindest Zylinder und Gehstock waren 1960 sicher nicht mehr so richtig en vogue. Ausserdem sehen wir zwei qualmende Zigaretten und zwei Martini-Gläser mit dazugehörigen Oliven. Das Ganze ist, zumindest nach meinem Empfinden, recht geschmackvoll in Szene gesetzt und suggeriert dem potenziellen Käufer des Albums recht deutlich, welche Art von Musik zu erwarten ist.

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Die Labels

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Nachdem ich das Album heute erhielt, habe ich erst einmal das Cover teilweise von etlicher Patina der vergangenen 64 Jahre gereinigt und schon sah es deutlich frischer und besser erhalten aus.

Gern hätte ich hier auch ein paar Sound-Schnipsel eingestellt. Aber soweit ich das weiß, ist dies nach deutschen Recht nicht erlaubt. Wer mich da eines Besseren belehren kann, und mir einen rechtlich konformen Weg zeigen kann, gern.

Übrigens wenn Interesse besteht, kann ich auch gern ein paar Infos zu dem anderen Jazz-Album auf Phillips International von Chuck Foster hier einstellen. Feedback genügt.